Höhenwanderung (ca. 1,5 Stunden)

Auf dieser Route bekommen Sie eine „Bella Vista“ über Sant' Angelo und auf die Inseln um Ischia.

 
Die ca. 1,5 stündige Wanderung von Serrara nach Sant' Angelo führt Sie zu einem Weg, der an interessanten Gesteinsformationen und Weinfeldern angrenzt und weiterhin durch die schöne autofreie Stadt Sant' Angelo. Geographisch befinden wir uns im Süden der Insel Ischia.

Wir spazieren von Serrara aus los, bergabwärts, bis wir nach Sant' Angelo gelangen. Dorthin können Sie die Geologie Ischias sehen und ihre vulkanische Geschichte hautnah erleben. Am Ende des Weges blicken Sie auf wunderschöne Weinfelder und den Marontistrand. Unten in Sant' Angelo angekommen können Sie einen frisch gepressten Orangensaft oder ein Eis genießen. Die Wanderung kann auch in die andere Richtung von Sant' Angelo nach Serrara erfolgen und ist bei Menschen mit Knieproblemen zu empfehlen.

Sie stehen an der Bushaltestelle in Serrara mit einem tollen Blick aufs Meer und runter auf Sant' Angelo. Etwa 33km entfernt von Ischia können Sie bei guter Sicht die Kalksteininsel Capri erkennen. In der Bar „Floreana“ können Sie zum Start ein Café trinken. Gegenüber von der Kirche „Maria del Carmine“ führt ein Asphaltweg die Straße hinab. Dort gehen sind runter, bis Sie zu einer Weggabelung kommen, bei der Sie die unscheinbare Treppen nehmen. Sie befinden sich nun auf dem schönen ausgebauten Weg nach Sant' Angelo. Seien Sie stets achtsam auf die Mauern, sowie auf die Gesteinswände rechts und links von Ihnen. Spazieren Sie den Weg runter. Die Gesteinsschichtungen die Sie an den Wegen wiederfinden sind durch unterschiedliche Eruptionsphasen von Vulkanen entstanden. Die Ablagerung der Gesteins- und Aschelagen nach einer Eruptionsphase verlief entlang des zum Zeitpunkt vorherrschenden Geländes und ist somit Zeuge von der Landschaft zum Zeitpunkt des Ausbruchs. Das Gestein, welches sie zu sehen bekommen, ist vorwiegend Tuff, Tuffit, Bims und Lava. Als Tuff bezeichnet man verfestigte pyroklastische Ablagerung von allen Korngrößen. Tuffite sind Tuffe, welche an eine andere Stelle umgelagert wurden und meistens bröckelig. Bims hingegen entsteht bei gasreicher vulkanischer Eruption. Die Gasblasen schäumen das Gestein auf und machen es porös, sodass es auf Wasser schwimmen kann. Lava wird als eruptierte Magma bezeichnet ist, die an der Erdoberfläche herausgeflossen und erstarrt ist.

Sie schauen nach rechts und sehen mehrere Buchten entlang der Küstenlinie. Von Osten nach Westen, bzw. von Ihnen zuerst aufgezählt ist Cava Grado, dann folgt die Sorgeto Bucht mit ihrem Thermalwasseraustritt ins Meer, als nächstes die Pelara Bucht dahinter kommt dann Scannella und als letztes zu sehen ist der Berg Punta Imperatore mit dem nördlich davon liegenden Citara Strand. Bei guter Sicht können Sie auch im Westen die Pontinischen Inseln sehen, die etwa 50km bzw. 70km Luftlinie entfernt liegen.

Sie sehen am Weg entlang die Schichtungen, die eine Schräglage haben, die Sie bis nach Sant' Angelo verfolgen können. Es ist links und rechts am Weg zu erkennen. An manchen Aufschlüssen ist zu erkennen, dass die Schräglage nach oben hin, also zu den jüngeren Schichten hin abnimmt. Dieses kommt daher, dass eine Schräglage bei einem Winkel von 40° instabil wird und ein Teil nach unten abrollt. Somit wird der Winkel nach unten hin flacher.

Sie sehen rechts von ihnen im Gelände die verschiedenen Tuffsteine mit unterschiedlichen Färbungen. Die unterschiedlichen Färbungen entstanden durch unterschiedliche Ablagerungszeiträume, sodass sie jeweils einen anderen Chemismus haben. Zuerst wurde der grüne Tuff abgelagert, dann der rötliche und schließlich der gelbliche Tuff. Also als erstes der Epomeo-Tuff, der vor 72000- 83000 Jahren in der Riss-Würm- Eiszeit entstand. Damals war die heutige Epomeo-Schicht flach und horizontal gelagert und lag ca. 200m unter dem Meeresspiegel. Dort wurde sie mit Chlorid angereichert und bekam die signifikante Färbung. Dann kam es zur explosiven Eruption, in der der extrusive Dom entstand, der heute die Halbinsel von Sant' Angelo bildet. Folglich, durch die Hebung Ischias durch erneute magmazufuhr von unten, kam es dazu, dass der Epomeo-Tuff aufgearbeitet wurde und als Tuffit resedimentiert wurde. Danach kam es zur Ablagerung der roten Trachyt- Brekzie durch mehrere Ausbruchzentren und zum Schluss vor etwa 20000-30000 Jahren wurde der gelbliche Serrara- Citara- Tuff abgelagert.

Sie schauen hinter sich auf die Landschaft und sehen Erdspalten, die bis zum Meer verfolgt können, wobei sie immer breiter werden. Das sind Bruchlinien in der Erdkruste. An solchen Bruchlinien, kann Regenwasser und Meerwasser nach unten in die Nähe der Magmakammer steigen, Minerale und Gase mitnehmen und als Thermalwasser wieder an Tage kommen. Am Weg entdecken Sie gleiche Häuser, die als Wasserreservoir gedient haben.

Sie kommen dem Ort Sant' Angelo immer näher, indem Sie nach und nach mehr Häuser am Wegrand finden. Bei genauerer Betrachtung der Gesteinswände sehen sie, dass diese ausschauen, wie kleine spitze Pyramiden. Das rührt daher, dass dort die Erdpyramiden- Verwitterung stattfindet. Diese kegelförmige Verwitterung entsteht dadurch, dass ein aufliegender Gesteinsblock die Erdschichten unter ihm vor Abtragung und Auswaschung durch Regenwasser schützt.

Sie gelangen zu den Weinstöcken von Sant' Angelo. Links von Ihnen befindet sich der ca. 2km lange Marontistrand. Wegen der Abschottung von neuer Schutt- Lieferung beispielsweise dem Epomeo-Tuff, der dann nach und nach zu Sand abgeschliffen wird und der Abtragung des Sandes vom Meer und Wind, wird der Marontistrand immer schmaler. In Sant' Angelo angekommen gibt es eine Weggabelung, welche sie runter zum Marontistrand führt und weiter geradeaus zu unserem Endpunkt „Cava Grado“, vorbei an der Kirche von San Michele. Bei der zweiten Weggabelung folgen sie geradeaus dem Weg und gehen nicht runter.

Sie schauen nach unten auf die Dächer von Sant‘ Angelo. Vor Ihnen befindet sich der Schlackenkegel, ein extrusiver Dom, als Halbinsel von Sant‘ Angelo, der entlang einer Bruchlinie gebildet wurde, die die Insel Ischia in zwei Abschnitte teilt. Im Meer befinden sich Wellenbrecher, die die Küste vor Wellenschlag schützen. Wandern sie weiter bis nach Cava Grado, wo sich auch ein Buswendeplatz befindet. Dafür müssen Sie den Weg folgen und kommen dann auf eine Asphaltstraße, die Sie an der Küstenlinie entlang gehen. Am Ziel angekommen können Sie dort einen frisch gepressten Orangensaft genießen, Insider Tipp: bestellen Sie einfach die „Bombe“ in bei Erzino.

Sie haben nun die Wanderung beendet. Mit einem „Bella Vista“ über Sant' Angelo hat der Weg angefangen und hat Sie dann an geologischen Gesteinsformationen, Pyramiden-Verwitterung und schließlich durch das autofreie Sant' Angelo geführt. Sie konnten die schöne Südseite der Insel mit seinem 2km langen Marontistrand und der Halbinsel als Schlackenkegel, welcher sich vor Sant' Angelo aufgerichtet hat, entdecken und haben dabei ca. 400 Höhenmeter überwunden.